Kann das Zivilrecht beim Cybermobbing helfen

Zivilrechtich kann im Falle von Cybermobbing eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen vorliegen. Eine Persönlichkeitsverletzung, sei es bspw. durch die Veröffentlichung unliebsamer Fotos, ein Fake-Profil im sozialen Netzwerk oder auch eine beleidigende Äußerung im Internet, kann u.a. Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche gegen den jeweiligen Täter bzw. Teilnehmer (Anstiftung oder Beihilfe), oder sogar gegen den jeweiligen Portalbetreiber als Störer auslösen. Ebensolche Ansprüche können dann außergerichtlich (bspw. mittels Abmahnung) oder gerichtlich (einstweilige Verfügung oder Hauptsacheklage) verfolgt werden.

Etwaige Kosten, die durch die Beauftragung eines Rechtsanwalts entstehen, hat dann grundsätzlich der jeweilige Täter zu tragen. Anders sieht es zumeist dann aus, wenn man sich nicht an den Täter bzw. Teilnehmer hält, sondern direkt das Portal in Anspruch nimmt. Ein solches Portal ist nämlich zunächst auf die Rechtsverletzung hinzuweisen und zur Löschung aufzufordern (sog. Notice-and-take-down-Grundsatz). Erst wenn ein Portal nach in Kenntnis setzen nicht seinen Prüfpflichten nachkommt und entsprechend handelt, kann dieses kostenpflichtig in Anspruch genommen werden.
Der Unterschied zum Strafrecht besteht insbesondere darin, dass zivilrechtlich selbst bzw. durch einen Rechtsanwalt geprüft werden muss, ob überhaupt eine Rechtsverletzung vorliegt. Im Strafrecht macht dies die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass, sollte eine Unterlassungserklärung vorliegen, der Täter dem Opfer, im Falle einer Zuwiderhandlung, eine Vertragsstrafe zu zahlen hat. Insofern kann die zivilrechtliche Inanspruchnahme des jeweiligen Täters oder Teilnehmers auch eine gewisse Präventionswirkung und Genugtuungsfunktion haben.

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