Welche Rechte habe ich, wenn ich Opfer von Cybermobbing bin

Die Verteidigungsmöglichkeiten gegen Cybermobbing, wie zum Beispiel die Fragen, gegen wen man wann und wie vorgeht, sind vielfältig. Grundsätzlich wird dabei zwischen dem Strafrecht und dem Zivilrecht unterschieden. Es können und sollten gegebenenfalls auch beide Wege parallel bestritten werden.

Hier möchten wir Dir einen ersten Überblick über die rechtlichen Verteidigungsmöglichkeiten geben. 

Strafrecht

Beim Strafrecht geht der Staat gegen seine Bürger vor.

Auch wenn es in Deutschland kein Gesetz und kein Straftatbestand gegen Cybermobbing gibt, können andere Straftatbestände (mehr Informationen hier), wie zum Beispiel  Beleidigungsdelikte (§§ 185 ff. StGB), erfüllt sein. Sollte mittels einer Äußerung eines Dritten im Internet die Hürde zu einer Ehrverletzung überschritten sein, man also im Internet „beleidigt“ werden, kann der Betroffene Strafanzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft oder bspw. über einen Rechtsanwalt erstatten, sodass die Ermittlungsbehörden tätig werden (müssen). Dies führt in der Regel aber nur zu einer Sanktion des jeweiligen Täters bzw. Teilnehmers, aber nicht zu einer zivilrechtlichen Erledigung der Angelegenheit im Sinne einer zukünftigen Unterlassung und/oder eines Schadensersatzes. Ratsam ist ein solches Vorgehen dennoch, weil Täter häufig anonym im Internet ihr Unwesen treiben und die Polizei und Staatsanwaltschaft diese ggf. ermitteln kann.

Zivilrecht

Das Zivilrecht regelt rechtliche Verhältnisse der Bürger untereinander.

Aus zivilrechtlicher Sicht liegt beim Cybermobbing eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen vor. Zu denken ist bspw. an die Veröffentlichung unliebsamer Fotos, ein Fake-Profil  im Sozialen Netzwerk oder auch beleidigende Äußerungen im Internet. Da grundsätzlich der jeweils Betroffene entscheiden kann, wann was über ihn veröffentlicht wird, können in den vorbenannten Fällen schnell seine Persönlichkeitsrechte verletzt werden, sei es im Recht am eigenen Bild (KunstUrhG), am eigenen Namen (§ 12 BGB) oder schlichtweg das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG).

Eine Verletzung solcher Rechte kann u.a. Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche gegen den jeweiligen Täter bzw. Teilnehmer, ggf. sogar gegen den jeweiligen Portalbetreiber als Störer auslösen, die dann außergerichtlich (mittels Abmahnung) oder gerichtlich (bspw. bei Eilbedürftigkeit über den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung oder eines Klageverfahrens) verfolgt werden können (mehr Informationen hier).

Einen ersten Rat, wie Sie gegen Cybermobbing vorgehen können, erhalten Sie auch beim Bündnis gegen Cybermobbing e.V. unter Kontakt.

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